Nachhaltigkeit im Catering wird oft auf das Material reduziert: Pappe statt Plastik, Holz statt Besteck aus Kunststoff. Der weitaus größere Hebel liegt woanders – bei dem, was am Ende des Abends im Abfall landet.
Zwischen zehn und zwanzig Prozent des zubereiteten Essens werden bei Veranstaltungen nicht gegessen. Dieser Artikel zeigt, wie sich das ohne Verzicht auf der Gästeseite senken lässt.
1. Die Menge ist die eigentliche Stellschraube
Ein Buffet wird traditionell für den Fall geplant, dass alle Gäste alles probieren. Das passiert nie – und genau diese Sicherheitsmarge landet in der Tonne.
Was in der Praxis hilft:
- Verbindliche Rückmeldung der Gästezahl 72 Stunden vorher
- Nachschub in kleinen Chargen statt einer vollen Ausgabe zu Beginn
- Kleinere Teller – sie senken den Rücklauf messbar, ohne dass jemand hungrig bleibt
- Erfahrungswerte aus vergangenen Feiern desselben Kunden statt Pauschalmengen
Fazit: Wer die Menge richtig plant, spart Geld und Abfall in einem Zug.

2. Regional heißt kurz – nicht nur nah
Ein Produkt aus dem Münchner Umland ist nicht automatisch die bessere Wahl. Entscheidend sind Saison und Lagerung: Ein Apfel aus dem Kühlhaus im Juni schlägt in der Bilanz einen frisch geernteten aus weiterer Entfernung nicht.
Woran wir Lieferanten messen:
- Saisonalität vor Herkunft – die Karte folgt dem Erntekalender
- Feste Liefertage statt Einzelfahrten für Nachbestellungen
- Ganze Tiere und ganze Gemüsekisten, nicht nur die bequemen Teilstücke
- Verpackungen, die zurückgehen, statt Einweg in jeder Kiste
Fazit: Die kürzeste Lieferkette ist die, die man gar nicht erst zweimal fährt.


3. Reste sind ein Planungsthema, kein Zufall
Was übrig bleibt, ist selten ungenießbar – es ist nur unorganisiert. Mit einer Entscheidung vor der Veranstaltung statt danach lässt sich fast alles davon sinnvoll weitergeben.
Vorab geklärt, nicht hinterher:
- Wer nimmt Reste mit – Gäste, Team oder eine soziale Einrichtung?
- Gekühlte Transportboxen sind Teil der Anlieferung, nicht der Improvisation
- Getrennte Ausgabe: Was nie auf dem Buffet stand, darf weitergegeben werden
- Dokumentation der Mengen, damit die nächste Feier genauer geplant wird
Fazit: Die Entscheidung über Reste gehört auf den Ablaufplan, nicht ans Ende des Abends.

Fazit: Nachhaltigkeit ist eine Frage der Planung, nicht des Materials
Mengen, Lieferkette und Reste – diese drei Punkte entscheiden über den Fußabdruck einer Veranstaltung, lange bevor die Frage nach dem Besteck aufkommt.
Für jede Feier, die wir ausrichten, halten wir die tatsächlich gegessene Menge fest. Beim nächsten Mal planen wir damit genauer.
